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Samstag, 18. März 2017

Jetzt Online: Die Zweite Auflage des Kulturort- Reiseführers für den Norden Brandenburgs.

Die Zweite Auflage des Kulturortführers für den Norden Brandenburgs ist wieder online - prall gefüllt mit verheißungsvollen Empfehlungen für kulturelle Entdeckungsreisen. Meine Werkstatt findet ihr auf Seite 89 Nr. 73. Wieder eine Meisterleistung des Gründers und Ideengebers Michael Haddenhorst und seinem Team. Danke euch ganz herzlich für diesen kulturellen Reiseführer der ganz besonderen Art !


Hier bin ich jetzt erst mal eine Weile mit Färbeküchen- Werkstattrenovierung vor den nächsten Färbekursen und der Umsetzung des Färbegartens an einen neuen Standort beschäftigt. Wieso - Warum denn das fragt ihr euch vielleicht? Wie ihr unten auf dem Bild, hinter den Solarfärbegläsern erkennen könnt, versuchen hier die Färbepflanzen Goldrute, Reseda, Waid und Co. immer wieder die Herrschaft über meinen Garten zu übernehmen ;-). Färbedschungel also und so ...

 
...versucht auch der Waid sich immer mehr im ganzen Hochbeet auszubreiten, siehe Foto oben, so dass Färbekamille, Krapp und anderes klein bleiben müssen. Also werde ich jetzt einen neuen Standort für meinen Färbegarten mit Färbekamille, Krapp, Stockrosen, Waid, Reseda und all den anderen Färbepflanzen einrichten. Letztes Jahr habe ich auch das erste Mal eigenen Krapp nach...


... 2 Jahren geernet. Seitdem hängt das Wurzelgeflecht hier zum Trocknen und ich bin gespannt, wie selbstangebauter Krapp färbt. Gepflanzten Krapp kann man nach 2 Jahren ernten, gesäten nach 3 Jahren. Die Werkstatt ist nicht nur innen nach 15 Jahren Färbebetrieb renovierungsbedürftig, wie ihr Kursteilnehmerinnen,  die ihr schon bei mir wart bestätigen könnt. Ihr nannten sie zwar liebevoll "Hexenküche", aber auch Aussen und das Fenster und naja....Seht selbst...


Durch Zustellen und Vorhängen,  ließ sich die Renovierung immer ein bisschen hinausschieben ;-). Die Werkstatt von Aussen und da seht ihr auf dem Bild in der Mitte es muss was gemacht werden :-).


Dann sind mir kürzlich noch 2 Ziegen zugeflogen, Sperrmüll wäre ja wirklich etwas schade, mal schauen ob ich sie zum laufen bekomme...


So wundert euch also nicht, wenn ihr hier erstmal eine Weile nichts von mir hört und lest und ich auch keine Kommentare in euren Blogs gebe. Ich wünsche euch eine gute Zeit! Eure Anke

Dienstag, 14. März 2017

Mit Coils...

...ein bisschen Filz und ein paar Perlen, ein paar Broschen "gewerkelt". Erkennungszeichen: Handspinnerin und Pflanzen- Färberin ;-).


Gefärbt ist die Wolle mit: - Bild oben: von links: 1. Milchschafwolle mit Apfelbaumrinde, 2. Sariseide, 3. Kerry Hill Wolle und Indigo, 4. Milchschaf gefärbt mit Reseda +Indigo.



Coils Bild oben gefärbt mit von links: Apfelbaumrinde, Robinienholzspäne, Cochenille, Henna,  Krapp, Alkanna, Indigo, Reseda und Indigo und Pommernschaf. Alle Coils wurden zusätzlich mit verschiedenen Goldfäden und Leinen gesponnen. 



I ch wünsche euch eine gute Frühjahrswoche. Eure Anke

creadienstag
Dienstagsdinge
handmade on tuesday

Samstag, 11. März 2017

Lösung beim Schutz meiner Naturwolle vor Motten

Als ich kürzlich beim Aufräumen meiner Werkstatt, meine Probefärbung mit Schilfblüte in diesem Zustand fand, beschloss ich jetzt neue Lösungen bei der Mottenbekämpfung in Angriff zu nehmen. 


Schon lange hast du liebe Ulrike mich daraufhin gewiesen, dir nochmal herzlichen Dank dafür, dass  Motten mit Schlupfwespen sehr gut bekämpft werden können. Und noch jemand aus unserer Spinngruppe hat sie erfolgreich eingesetzt. Erst hatte ich lange Zeit Bedenken, ist ja nicht ganz billig und versprühte weiter mein Neemspray, doch als ich dieses Erlebnis jetzt mit der Färbeprobe hatte, und auch andere Wollsachen zu Schaden kamen, da dachte ich jetzt reicht es. Nur auf Baumwolle, Leinen und Hanf will ich nicht umsteigen, als Konsequenz, da ich ja ein Rohwollfan bin, also bestellte ich mir Schlupfwespen. Ihr kennt sie vermutlich oder ? Da kommen dann per Post ca. alle 3 Wochen solche Kärtchen...


....Kärtchen mit schlüpfenden Trichogrammen (Schlupfwespen), die ich dann auf und zwischen die Wolle lege und sie können sich auf den Weg machen.  "Immer noch zögern viele mottengeplagte Menschen beim Einsatz von Schlupfwespen. Es handelt sich dabei um einen Irrtum, der genauso falsch wie verständlich ist. Die meisten Menschen denken bei dem Wort „Wespe“ sofort an ein stechendes Insekt. In der Tat sind Schlupfwespen mit den gemeinen Wespen zwar verwandt, doch stellen sie eine frühere Entwicklung in der Evolution dar. Sie besitzen zwar einen Stachel, doch dient dieser zur Eiablage. Der Wehrstachel hat sich erst später entwickelt." Quelle: Schlupfwespen sind für den Menschen harmlos.  Dort könnt ihr auch den ganzen informativen Artikel nachlesen.

Der Anbieter bei dem ich sie bestellt habe, warnt davor Billiganbieter zu nehmen, da diese nur max. 200 Schlupfwespen statt 1000 enthalten würden. Während der Zeit der Anwendung dürfen auch keine Mottenfallen eingesetzt werden.  Man erhält per Post 1 Kärtchen aus Karton, die die Trichogrammen für einen 3 Wochen-Zeitraum enthalten. Danach kommt automatisch die 2. bis 5. Lieferung. Man soll die Karten sofort nach Empfang in Schrankfächern, Regalen und Schubläden auslegen, wo man Wollsachen gelagert hat. Empfehlung Pro 2 Pullover 1 Kärtchen, über jedes Wollkleidungsstück 1 Kärtchen über den Kleiderbügel. Weiter wird geraten, alle 1-2 qm  des Teppichboden ein Kärtchen auszu legen, damit die schlüpfenden Trichogrammen (Schlupfwespen) sich auf den Weg machen können. Es ist sehr wichtig, die Karten ÜBERALL in direkter Nähe bzw. auf den Wollsachen, Filz, Pelz und Loden zu platzieren. Eine Packung reicht für einen Schrank von 8 Wollkleidungsstücke oder 1-2 qm Teppich. Eine 2. Packung ist nötig, wenn man mehrere Schränke oder Kommoden hat. Über Pelzmäntel soll man jeweils 2 Kärtchen extra hängen. Nach 15 Wochen sind die Kleidermotten beseitigt (dieser Zeitraum ist nötig, um sicher zu gehen, dass keine Reproduktion erfolgt ist). Kleidermotten werden von ihren natürlichen Feinden, den Trichogrammen (auch Schlupfwespen genannt) ausgerottet: Trichogrammen kommen übrigens auch draußen in der Natur vor. Diese winzigen Feinde der Motten suchen alle Motteneier, um diese zu zerstören. Somit gibt es keine neue Mottengeneration mehr, keine neuen Larven und keine neuen Falter. Vorhandene Larven und Falter sterben eines natürlichen Todes. Die Trichogrammen sterben nach drei Wochen allmählich aus . Sobald keine Motteneier mehr vorhanden sind, können die Trichogramme nicht mehr überleben und zerfallen zu Hausstaub 


Wer von euch damit Erfahrungen hat, würde ich mich freuen zu hören, wie es euch erging. Bestellt hatte ich sie hier. Ansonsten ist es mir wichtig euch Wollefans, diese Info weiterzugeben. Nun wünsche ich euch ein gutes Frühlingswochenende. Eure Anke

Freitag, 3. März 2017

Tweedgarn aus Kamelwolle

Bin hier immer noch mit meinem Kamelwolleprojekt beschäftigt. Die wunderbare Kamelwolle kann ich mir ja hier direkt vor Ort ab Hof holen, ihr könnt sie direkt ab Hof hier beim Fleckschnupphof bestellen. Seit ich mal Kamelwolle im Band geschenkt bekommen habe, die schon industriell gewaschen und zum Kardenband verarbeitet worden war, kenne ich den Unterschied zur Kamelwolle direkt ab Hof. Ist ähnlich wie mit der Islandwolle aus meinem letzten Post. Und so kann ich euch die Wolle vom Fleckschnupphof nur wärmstens empfehlen.



Ich weiß gar nicht mit was Wolle industriell eigentlich immer gewaschen wird und was die da sonst noch alles rein tun. Ich kann nur sagen, ich verarbeite meine Wolle in der Regel roh, ohne sie vorher zu waschen. Gewaschen wird sie bei mir zumeist nach dem Spinnen, es sei denn sie ist so verdreckt, dann bekommt sie vorher ein Bad in reinem Wasser. Nach dem Spinnen wasche ich sie entweder mit Waschnüssen oder auch mit ein bisschen Olivenwaschmittel für Wolle und Seide mit Lavendel von sonnett. So erhalte ich meine Wollsachen jahrelang lebendig, wobei Wolle ja sowieso nur selten wirklich gewaschen werden muss. Wollteile oftmals lüften und sie reinigt sich von selbst. So nun zurück zu meinem Kamelwolleprojekt: Was läßt sich alles mit einem Kilo Kamelwolle herstellen, hatte ich mich gefragt ? Dafür hatte ich mir im Herbst wieder 1 Kilo Kamelwolle vom Fleckschnupphof geholt und die Wolle zunächst nach Grannenhaaren und feinem Flaumhaar der Unterwolle sortiert. Es ergab 800gramm weiches Unterhaar und 200gramm Grannenhaare, eine schöne Menge mit der man arbeiten kann.

Grannenhaare der Kamelwolle, (da war der Apparat auf S/W gestellt) Auch die Grannenhaare können versponnnen werden und ergeben ein schönes robustes Teppichgarn

Wann immer es das Wetter erlaubt kardiere ich die Kamelwolle draussen. Es fällt immer ein bisschen Sand heraus. Strohreste so gut wie garnicht, die Wolle ist supersauber.
 

Nach dem Kardieren, habe ich mal eine Probe auf dem Kardiergerät und mal eine Probe auf dem Kardierbrett mit pflanzengefärbter Wolle kardiert ...

 


....und anschließend 45 gramm zu wilder Tweedwolle versponnen. Verstrickt wird es erst später, soll in ein Gesamtwerk einfleissen.


400 gramm Kamelwolle sind nun kardiert, wobei sich die Wolle butterweich kardieren läßt und nach 1 max 2 x wunderbar verspinnbar ist. Die restliche Wolle wird gerade versponnen. Diesmal etwas dicker als ich die Kamelwolle sonst versponnen habe. Sie läuft butterweich ins Rad und es ist eine reine Freude sie zu verspinnen.


Das war Teil 1 der Kamelwolleprojektes. Ich wünsche euch ein gutes Wochenende hoffentlich mit ein bisschen Sonne. Eure Anke

Montag, 27. Februar 2017

Ein Fest für die Sinne - Islandwolle - direkt ab Hof -


Frisch mit der Post kam nun mein Islandwollvlies. Als bekennder Rohwollfan, gebe ich den Tipp für die Islandwolle gerne weiter. Sie stammt aus dem Islandwollprojekt von Karólína í Hvammshlíð, die mit Hund, Schafen und Pferden mitten in den nordisländischen Bergen lebt. 


Die Wolle ist faszinierend, ein Fest für die Sinne. Diese Vlies ist ein Riesenunterschied zu der industriellen Wolle, die sich auch Islandwolle nennt und die ich sonst immer bestellt habe. Dieses Vlies und diese Wolle direkt von den Schafen, die so artgerecht gehalten und bei der die Wolle danach nicht industriell verarbeitet wurde  ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Wenn ich die langen Haare entferne und nur die Unterwolle nehme ist es wie Kaschmirwolle unglaublich weich und ich bin ganz begeistert von dieser Möglichkeit die Qualitätswolle ab Hof zu bestellen.



Es dauert ja wirklich lange die Wolle für den eigenen Pullover erst selbst zu verarbeiten, d.h. zu verspinnen und dann zu verstricken, aber wenn ich jetzt wieder dieses faszinierende Vlies vor mir habe, dann weiß ich es wird sich lohnen. Es werden ja keine Mengen produziert. Man hat einen Pullover und den trägt man eben Jahre. Qualität vor Quantität. Eigentlich meint Fair Isle ja zweierlei: einmal eine Musterart und dann noch eine Pulloverstrickart, bei der man die Ärmel und den Rumpf hochstrickt und dann alles auf eine Nadel nimmt. Die traditionelle Fair Isle Strickerei kommt ja ursprünglich von den Shetlandinseln und die Pullover wurden mit Shetlandwolle gestrickt. Doch meine Pullover habe ich in diesem Fair Isle Stil immer mit Islandwolle gestrickt. Nun probiere ich mal Islandwolle selbst zu verspinnen. Noch zu dem Begriff: Islandpullover, da es so oft so eine Sprachverwirrung gibt finde ich: Der Islandpullover, isländisch Lopapeysa, ist ein grob gestricktes, zumeist aus Schafwolle gefertigtes, Kleidungsstück, das seinen Ursprung in Skandinavien hat. Manchmal wird er auch fälschlich als Norwegerpullover bezeichnet, obwohl Norweger in Machart und Muster anders sind. Islandpullover und stilistisch verwandte Pullover haben eine Tradition in Island, auf den Färöern und den Shetlandinseln. Typisch ist die mehrfarbige Rundpasse um Hals und Schultern. Die Tradition der Islandpullover entstand Mitte des 20. Jahrhunderts, als Versuche mit dickerer Wolle unternommen wurden. Quelle: Wikipedia.



Das Wollprojekt verfolgt vor allem drei Ziele:
  1. faire Bezahlung der isländischen Bauern, speziell für nichtweiße Wolle (die bisher deutlich schlechter bezahlt wird)
  2. naturbelassener Rohstoff = ganzes, unbehandeltes, ungewaschenes Vlies bester Qualität für die Wollliebhaber in Mitteleuropa
  3. Wolle aus artgerechter Schafhaltung (in Island die Regel)


Es profitieren also die Schafbauern, die Wollliebhaber und die Schafe!
Also eine Win-Win-Win-Situation! 😉 Und eigentlich sogar viermal „Win“, denn den Versand in Deutschland übernehmen die Caritas-Werkstätten in Ulmen in der Eifel, die behinderten Menschen eine sinnvolle Arbeit bieten. Solche Projekte sind wichtig, sie unterstützen regionales Wachstum und entziehen sich dem Globalisierungswahn.

Es gibt dazu die Praxistips, die feine Unterwolle, zu separieren. Denn  Islandschafe haben – als eine der ursprünglicheren Schafrassen – zwei Sorten Wolle:
  • das stabile, lange, glänzende Deckhaar als Schutz vor dem Wetter und
  • die weiche, wattegleiche, feine Unterwolle als Isolation.
Dicke steife stechendende Grannenhaare („illhærur“ auf isländisch) kommen kaum noch vor, da sie seit langem gezielt in der Zucht vermieden werden. Die weiche Unterwolle ist dagegen fast so fein wie Kaschmir!  Um die Wolle des Islandschafs in ihrer vollen Bandbreite zu nutzen, kann man die Unterwolle vom Deckhaar trennen und dann separat verarbeiten – dies war in Island jahrhundertelang üblich und wird seit kurzem „wiederentdeckt“.Typische Anwendungsbereiche von Unterwolle sind Kleidungsstücke, die nur durchschnittlicher Belastung ausgesetzt sind.Für mein 1. Deckenprojekt hatte ich über Islandwolle hier geschrieben.


Auf dieser Seite findet ihr die Informationen zu der Islandwolle und dem Wollprojekt. Das war mein Praxistip für euch!  Außer dieser reinweißen ISLANDWOLLE gibt es sie übrigens noch in einer wunderbaren Farbpalette: grau, hellgrau, schwarz, schwarz ergraut, schwarz botnótt, dunkelrotbraun, dunkelrotbraun mit Aufhellungen.

 Euch noch eine gute Woche mit Vogelzwitschern, Sonne und erstem Grün. Eure Anke